2.Männer

Trainer
Steffen Seeber

SG Hermsd.-Waidm.lust II - KSV Ajax II 22:20 (9:12)

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in 2.Männer

Hallo!
Im heutigen Spielbericht halte ich mich an die drei Regeln des Handballspiels:
1. Wir reden nicht über den Schiedsrichter
2. Wir reden nicht über den Schiedsrichter
3. Wir reden nicht über den Schiedsrichter

Also nun in medias res. Nach dem Debakel gegen Narva letzte Woche wollten wir es natürlich besser machen; wie gesagt, „schlechter“ stand leider nicht mehr zur Auswahl. Zu diesem Zwecke begab sicher der Ajax-Tross einmal quer durch die Stadt, um die Stadt, unter der Stadt hindurch ans ganz andere Ende zur SG Hermsd.-Waidm.lust II. Dort wollten wir zur (Ironie an) besten Anwurfzeit (Ironie aus) um 18.45 unserer ersten Mannschaft nacheifern, die gegen die erste Vertretung des Gastgebers am Samstag ihr Verbandsligaspiel souverän gewonnen hatte.
Nachdem uns der gegnerische Trainer vor dem Spiel noch um unsere volle Bank beneidet hatte, mussten wir feststellen, dass auch bei der Heimtruppe kein Platz mehr auf dem Spielberichtsbogen leer geblieben war. Totrennen würden wir den Gegner also schonmal nicht (ist auch ehrlich gesagt nicht wirklich unsere Spezialität). Zwar liessen wir am Anfang, wie es sich für Gäste gehört, den Hausherren den Vortritt. Ab der 8. Minute legten wir irgendeinen Schalter um – wer weiß, welcher und wo der ist, bitte melden – und machten ab da aus einem 4:1 ein 4:5. Wie schon im ersten Spiel standen wir von Anfang an ziemlich gut in der Abwehr, Schröder machte (mal wieder) einen unglaublich guten Job, und wenn man etwas bemängeln wollte, dann war es (mal wieder) die mangelhafte Chancenverwertung. Trotzdem nahmen wir den Kampf an, und führten zur Halbzeit 9:12.
In der zweiten Hälfte konnten wir zwar das erste Tor machen, ließen uns dann aber von den seltsamen Entscheidungen des… oh kuck mal da, ein Ablenkungsmanöver! Wie gesagt, wir verloren Contenance und Faden und Linie und Tape (glücklicherweise noch keine Körperteile) und fielen im Allgemeinen auseinander. In dieser Phase war Hermsdorf einfach abgebrühter und nutzte das, um unseren Vorsprung beharrlich Stück für Stück abzutragen. Und so herrschte in der 44. Minute zum ersten Mal Gleichstand (16:16). Wir konzentrierten uns viel zu wenig auf das Spiel, und fast ausschließlich auf den Mann in … oh, was ist das? Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? (ok, die Anspielung wird wieder kaum jemand verstehen). Jedenfalls machten wir vorne Fehler um Fehler. Und ohne die Leistung des gegnerischen Torwarts schmälern zu wollen, es gelang uns inzwischen souverän, jede seiner Bewegungen vorauszuahnen und ihn an allen möglichen Körperteilen zu treffen. Das konnten wir im Endeffekt nicht mehr kompensieren. Wir verloren das Spiel verdient mit 20:22 (sowie das Opferlamm Thomas aka „Trainer A“ mittels roter Karte wegen Meckern).
Irgendwie ist die Situation sehr seltsam: In der Abwehr stehen wir sicher und selbstbewusst, und sobald wir die Mittellinie überschreiten, scheinen wir alles über das Handballspielen verlernt zu haben. Das müssen wir dringend abstellen, sonst dürfte das eine trübe Saison werden.

Schöne Grüße,
Micha

P.S.: Es soll uns ja keiner mangelndes soziales Engagement vorwerfen: Im Publikum saßen einige Herren (aus Taktgefühl und mangels eines anderen Begriffs nennen wir sie mal „Fans“), denen wohl die Niederlage der ersten Mannschaft von Vortag schwerst aufs Gemüt geschlagen war. Wir freuen uns, dass sie sich bei unserem Spiel abreagieren konnten, und hoffen, dass sie wieder völlig gesundet sind. Der kleine Obulus für diese psychologische Glanzleistung unsererseits beträgt lediglich eine Kiste feinsten Biers, abzuliefern gerne beim Rückspiel. Bitteschön, gern geschehen!