2.Männer

Trainer
Steffen Seeber

KSV AJAX-NEPTUN II – SG FES II 36:31 (18:14)

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in 2.Männer

Ajax und der HSV….

… das war vor vielen Jahren (in der Zeit, als man Spielberichte noch in Steintafeln ritzte) eine recht interessante Partie im UEFA-Cup. Was aber hat das mit uns zu tun? Wir werden es dem großen HSV in dieser Saison gleichtun, und ausnahmsweise mal NICHT in die Relegation gehen! Dass das Ergebnis für beide Mannschaften ein recht unterschiedliches ist – geschenkt! Denn während sich der HSV durch seinen 4. Platz dieses Jahr geschickt den Klassenerhalt schon am letzten Spieltag sichern konnte (HSV-Fans mögen mir diese kleine Bosheit bitte verzeihen), werden wir ohne Umschweife aufsteigen! (Hier darf der geneigte Leser ein kleines Freudentänzchen aufführen, eine Runde trauern oder auch einen neutralen Gesichtsausdruck aufsetzen - je nach Vereinszugehörigkeit.)

Aber von Anfang an: Die Konstellation vor dem letzten Spieltag war brisant. Die SSG Humboldt lag mit 9 Minuspunkten an der Tabellenspitze, Blau-Weiß und wir einen Punkt dahinter. Da wir den direkten Vergleich gegen BW verloren hatten, würde uns eine Punktgleichheit hier also nicht vor dem Absturz auf den dritten Platz retten…falls alle drei Mannschaften ihre Spiele des letzten Spieltags gewönnen. Und auf dem Papier war die Sache eigentlich recht klar. Wir traten gegen die SG FES an (Hinspielergebnis: 23:38 für uns), Blau-Weiß bekam es mit SCC zu tun (das Hinspiel war ausgefallen, SCC lag vor diesem Spieltag auf Rang 9), und die SSG Humboldt musste bei BTV 1850 III antreten (Hinspiel 30:18 für Humboldt). Die Devise war also: gegen FES gewinnen und auf einen (unwahrscheinlichen) Ausrutscher eines der Gegner hoffen.
Sollte jemand gehofft haben, dass die „FESten Bären“ (nicht mein Spruch!) dieses Spiel abschenken würden, der sollte spätestens enttäuscht werden, als klar wurde, dass man immerhin 12 Spieler aus allen Ecken des Vereins versammelt hatte, um uns den Aufstieg schwer zu machen und die Torjägerkrone der eigenen Nummer 17 zu sichern. Und das gelang! Wobei ich - ohne despektierlich zu sein – sagen muss, dass das weniger an den überragenden Fähigkeiten unserer Gäste lag, sondern an zum Teil haarsträubenden Fehlern, die wir (und nicht nur wir 😉) überall auf dem Feld machten. Fehlpässe, übersehene scheunentorgroße Lücken, übertretene Linien… alles war dabei. Zwei Hauptprobleme zeigten sich allerdings das ganze Spiel über: Zum Einen verwandelten wir wieder mal viel zu viele schön herausgespielte Chancen nicht, zum Anderen erstarrten wir immer wieder in Ehrfurcht, sobald des Gegners Halblinker den Ball in die Finger bekam. Zugegeben, der war nicht ganz einfach zu verteidigen (gerade Lukas sah dabei immer aus, als hätte sich ein Fliegengewichtler zu Mike Tyson in den Ring verirrt), aber dass dieser Spieler am Ende 17 (ja, siebzehn!) Tore machen durfte… so gut war er dann doch nicht.
Glücklicherweise gelang es uns, die Kreise der restlichen Bären einzugrenzen, und nachdem wir beim Stand von 1:3 (alle drei Tore vom erwähnten Spieler erzielt; vor dessen Schlagwürfen hätte der Trainer doch wirklich mal warnen können, menno!) auch kollektiv geistig und körperlich in der Halle angekommen waren, konnten wir den Spieß umdrehen und auf 7:3 in der 7 Minute davonziehen. Besonders Lukas war hier immer wieder schlicht zu schnell für die gegnerischen Abwehr (und manchmal auch für seine eigenen Beine). Aber FES konterte, und obwohl wir das ganze restliche Spiel über nicht mehr in Rückstand geraten sollten, war der Gegner immer in Schlagdistanz… ein ständiges Auf und Ab. Über 8:8 (13. Minute), und 14:10 (20.) ging es zum 18:14 Halbzeitstand.
Danach das alte Spiel: Wir wähnten uns in Sicherheit, und zack!, war FES in der 34. Minute wieder auf ein Tor herangekommen (19:18). Und die Partie lief recht ausgeglichen weiter, wir hielten den Abstand immer bei einem oder zwei Toren, ohne wirklich Akzente setzen zu können. Es gab aber auch ein paar echte Lichtblicke: Micha schaffte es beispielsweise einige Male, seinen inzwischen wahrlich gefährlichen Wurf auch am Wochenende und nicht nur unter der Woche zu präsentieren! Damit hätte er heute nicht nur den „Ugliest-T-Shirt-Contest“, sondern sicher auch den Preis für den härtesten Wurf gewonnen! Oder Julian, der beim Torwurf eines gegnerischen Spielers von diesem recht böse abgeräumt wurde, und anstatt lange zu lamentieren die Antwort mittels zweier blitzsauberer Tore binnen einer Minute gab! Hier muss man einwerfen, dass ich heute von der Bank aus für das Meckern zuständig war (jaja, keiner ist so wertlos, dass er nicht wenigstens als schlechtes Beispiel dienen könnte). Die fällige gelbe Karte nehme ich in Demut an und werde sie bei passender Gelegenheit durch ein gewisses Quantum bayrischen Brauchtumsprodukts auslösen. Ein weiteres Highlight: eine „schnelle Mitte“, erzielt durch die Zusammenarbeit unserer Konterwunder Tim und Micha! Wenn sie sich doch noch zusammenreimen könnten, wie sie das gemacht haben…
Den wirklichen Ausschlag zu unseren Gunsten gab dann eine rote Karte für die gegnerische Nummer 7, der Olli (auch bekannt als „die linke Seite der Siedler-Zange“) beim Konter in Richtung Torauslinie schickte, und der darauf folgende, durch Niklas sauber verwandelte Strafwurf zum 28:23 in der 46. Minute. Danach erlahmten so langsam die Kräfte auf beiden Seiten, und uns kam sowohl die etwas längere Bank als auch der Altersdurchschnitt zugute. Es waren noch ein paar sehr schöne Aktionen zu bewundern, wie etwa Steves Tor fast aus dem Nullwinkel oder Atzes „No-look-behind-the-back-Aufsetzer“-Pass an den Kreis aber das Spiel war auf jeden Fall entschieden. Endstand 36:31.
Ok, Aufgabe 1 war abgehakt, FES war besiegt. Am gleichen Abend noch ließ Blau-Weiß nichts, aber auch gar nichts anbrennen und zerlegte SCC II mit 21:46. Dann hieß es warten, denn die Partie SSG Humboldt gegen BTV 1850 III war erst für den Sonntag angesetzt. Und es wurde anders als gedacht nicht nur ein enges Spiel mit Führungen auf beiden Seiten! Trotz jeweils 8 Toren ihrer beiden Top-Torjäger (immerhin Rang 2 und 4 in der ligaweiten Torschützenliste) reichte es für die SSG nicht zum Sieg, sie verlor 28:25! Damit sieht die Tabelle wie folgt aus:

1. KSV Ajax, 34:10 Punkte
2. SP.Vg. Blau-Weiß 1890 II, 34:10 Punkte
3. SSG Humboldt, 33:11 Punkte

Auch wenn wir aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs mit Blau-Weiß noch auf den zweiten Platz rutschen werden, sind wir damit direkt in die Stadtliga aufgestiegen! Ein echter Erfolg, den wir zum größten Teil Seeber zu verdanken haben, und der damit einen Einstand nach Maß als Trainer im Männerbereich feiern kann! Wären wir der FC Bayern, dann müssten wir ihn jetzt allerdings feuern, schließlich konnte er den Aufstieg erst am letzten Spieltag klarmachen!
Danke Leute für eine geile Saison! Danke an die anderen Mannschaften für den Zusammenhalt im Verein! Danke an die Fans (einschließlich des „Edelfans“ und unseres „Maskottchens“), die Kinder und Eltern, die oft in unseren Heimhallen und nicht selten auch bei den Auswärtsspielen dabei waren! Danke an alle, die - oft genug wahrscheinlich mit Augenrollen - „ermöglicht“ haben, dass wir in dieser Saison eine deutlich höhere Trainingsbeteiligung hatten als in der letzten! Obwohl das noch deutlich besser aussehen könnte, hat diese Tatsache sicherlich zu dem einen oder anderen Sieg beigetragen. Und ein herzlicher Dank auch an alle „hinter den Kulissen“ des Vereins!

Ab September sehen wir uns wieder, diesmal in der Stadtliga!
Haut’se weg!
Micha